1950 Kieft CK51/MK Der Kieft MK1 ist ein Formel 3 Wagen der 500ccm Klasse Baujahr 1950. Insgesamt wurden 7 Stück MK1 gebaut. Als der einzige, von Werk ab, mit einem Norton Manx Motor ausgestattete Wagen, wurde das Fahrzeug von Cyrill Kieft für einen Rekordversuch in Montheléry vorbereitet. Der luftgekühlte 500ccm Manx Königswellenmotor lieferte in seiner ursprünglichen Langhub Konfiguration 47PS bei ca.6000 u/min. Der Motor hat Rennfertig (ohne Magnetzünder) ein Gewicht von 34Kg. Große Teile des Gehäuses bestehen aus Elektron ( eine Magnesiumlegierung) Verbaut wurde (auch bei den mit 500cc Jap ausgelieferten Fahrzeugen) ein Norton 3 Gang Getriebe und ein Differential mit Kettenantriebsritzel. Das Fahrzeug hat Einzelradaufhängung und hydraulische Trommelbremsen an allen 4 Rädern.Die Bremstrommeln (mit Stahlring) und die Felgen sind aus einer Magnesiumlegierung. Die Trommeln dienen gleichzeitig als Scheibe des Rades, an denen das Felgenbett verschraubt wird. Dies bringt eine enorme Reduzierung des Gewichtes an den ungefederten Massen. Die Bremshydraulik und die anderen Bremsteile stammen vom MG TD.
Oscar Frank / Kieft MK1 1951 Donauring
Cyrill stütze die Entwicklung seiner Rennwagen auf die Erfahrungen, welche er in der vorigen Saison mit einem  Marwyn 500 machen konnte. Er änderte die Achsaufhängung und entwickelte für seine MK1 Federn aus Metalastic Buchsen, welche eine völlig freie Höheneinstellung des Fahrwerks erlaubten und durch damals sehr moderne Teleskopstoßdämpfer ergänzt wurde. Er beendete die Entwicklung innerhalb von 7 Monaten. Das Gewicht des fertigen Mk1 liegt bei ca.300Kg. Es gab verschiedene Endübersetzungen, mit der längsten Übersetzung lag die max. Höchstgeschindigkeit bei ca. 145km/h. Zusammen mit einem anderen Kieft MK1, welcher mit einem Norton 350cc Motor ausgestattet war, wurde dieser im November 1950 nach Montlhéry transportiert, da keine englische Rennstrecke für den Rekordversuch verfügbar war. Das Team bestand aus Jack Neill und Steve Lancefield, welche für die Vorbereitung der Norton Motoren zuständig waren, Stirling Moss und Ken Gregory ( Moss´Manager), welche die beiden Kieft Fahrzeuge fuhren, und Cyrill der dem Versuch beiwohnte. Am Ende kamen 13 Rekorde zustande. (Siehe Bericht 4 days at Monthléry von K.A. Gergory, und dem Buch The Definitive History of Cyril Kieft and His Racing Cars 1949-1955 von Hammil/ Jenkins). Das 500cc Rekordfahrzeug wurde im Dezember 1950 an Oscar Frank verkauft, der das Fahrzeug in der kommenden Saison in der deutschen F3 Meisterschaft einsetzte. Am 14. Mai 1951 startete er das erste Mal mit dem Kieft in Hockenheim, außerdem fuhr er das Eifelrennen am 3. Juni. Am 1. Juli startete Frank an der Avus Hochgeschindigkeitsstrecke und kam als 3. ins Ziel. Oscar startete an einigen anderen Rennen der Saison. ( siehe Ergebnislisten) Am 9.September ging Frank am Grenzlandring an den Start und wurde, durch die Auswahl einer langen Übersetzung, bereits in der Starphase des Rennens in einen Unfall verwickelt, der das Fahrzeug so beschädigte dass Frank nicht mehr weiterfahren konnte. Er bestellte dann einen deutschen Karosseriebauer, welcher die Stromlinienkarosserie anfertigte, die heute noch auf dem Fahrgestell sitzt. Oscar taufte seinen Renner Muckl (bayerisch kleine Mücke)
Oscar Frank / Kieft MK1 1952 Grenzlandring
Am 8. August 1952 startete er erstmals mit der neuen Karosserie am Grenzlandring. John Cooper, welcher in seinerseits mit einem Cooper Streamliner an den Start ging, gewann das Rennen mit einem Schnitt gut über 160km/h. Frank war über die deklassierung so enttäuscht, dass er das Fahrzeug an Edmond Borremans, einen Belgischen Fahrer, verkaufte. Borremans gewann mit dem Fahrzeug den GP in Antwerpen im Mai 1954 und im darauffolgenden Monat in La Louviere, dort fuhr er auch die schnellste Runde im Training.
Edmond Borremans / Kieft Streamliner Juni 1954 La Louviere
Das letzte Mal als das Fahrzeug gesehen wurde war am 1.GP Namur Citadelle, einem Bergrennen. Jose Balgo war der Fahrer des Wagens. Im Laufe der Zeit wurde immer wieder etwas optimiert und umgebaut. Wir nehmen an das Borremans zwischenzeitlich nicht mehr den Norton Manx Motor gefahren hat, da die Position des Endschalldämpfers sich mehrmals geändert hat. Es gab eine Zeit lang eine Öffnung in Fahrtrichtung Links kurz vor dem hinteren Radhaus, welche aber von Balgo, aus dessem Nachlass der Verkäufer Harald Seitz das Auto erworben hatte, wieder verschlossen wurde. Siehe Nachfolgende Bilder. Außerdem verschwanden irgendwann die Rückspiegel, da diese am Berg mangels Verkehr nicht mehr benötigt wurden. Alle Befestigungspunkte sind aber nachvollziehbar vorhanden. Das Fahrzeug stand seit ca.1960 auf dem Anhänger, welchen wir mit dem Fahrzeug zusammen erworben haben. Teile eines originalen Manx Motors lagen bei, die Karosserie war lose, Räder drehten frei und bis auf wenige Schrauben ließ sich auch alles anständig lösen.
  • 1950 ???  Cyrill Kieft
  • 1950 Dez Oscar Frank
  • 1952 ??? Edmond Borremans ( Vermutlich im Herbst nach dem enttäuschenden Avus Rennen)
  • 195? ??? Jose Balgo ( Nach 1954 gibt es keine Aufeichnungen mehr mit Borremans, der in der Saison 1955 einen EFFYH gefahren ist)
  • 1960 ??? Fahrzeug wurde von Balgo teilzerlegt( lose Karosserie und ausgebauter Motor) im Hinterhof seines Hauses weggestellt, dort wurde es nach seinem Tod von seiner Familie aus einem Busch geschnitten, welcher um das Fahrzeug herum gewachsen war.
  • 2015 ??? Harald Seitz
  • 2016 Nov Patrick Dinkeldein
Kieft CK51 & Ennstal Classic 2017
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